Name: Mediencamp "Vom großen und KLEINEN Mut"
Idee: Vordergründig sollen sich die Projektteilnehmer mit dem Thema Gewalt und Zivilcourage auseinandersetzen. Sie sollen im Umgang mit Gewalt im Alltag und in den Medien sowie mit Konfliktsituationen gestärkt werden und dieses gesamtgesellschaftliche Phänomen, welches nahezu alle Lebensbereiche berührt, mit Hilfe von Radioarbeit und durch Theater be- und verarbeiten.

Die Befähigung, mit Hilfe der Medien, in unserem Falle zum Beispiel Radio, eigene Bedürfnisse und Wünsche zu artikulieren und umzusetzen, vermag so auch ein Gegengewicht zum vorherrschenden, ausschließlich auf Konsum ausgerichteten Medienalltag zu schaffen.

Das verantwortungsbewusste und zugleich spaßbringende Arbeiten mit dem Medium Radio befähigt nicht nur zum besseren Verstehen und Umgang mit eigenen Situationen und Gewalterfahrungen. Theaterspiel fördert dabei die Wahrnehmung und Selbsterfahrung in der Gruppe, Sehende und Blinde können spielerisch Zugänge zueinander, zu sich selbst und zum Thema Gewalt und Zivilcourage finden. Hier steht auch der integrative Gedanke blinder Kinder in die Gesellschaft.

Der inhaltliche thematische Bogen spannt sich von persönlicher Verantwortung über mediale Einwirkungen bis hin zu gesellschaftlichen Bedingungen und Ursachen. Ein wichtiger Aspekt des Projektes ist die lokale Orientierung, die die zunehmende Gewaltbereitschaft und sinkenden Hemmschwellen von Bewohnern, vor allem Jugendlichen, der Stadt Halle in den Mittelpunkt stellt und zu mehr Zivilcourage auffordert.

Der Wunsch, etwas zu bewegen und sich dabei zu produzieren, mit Spaß im Team zusammenarbeiten, sind für dieses Projekt Berechtigung genug.

Zeitraum: 19.07.2001 bis 26.07.2001
Ort: Landschulheim "Hölzerner See" bei Berlin
Ablauf: Erfolgreich verfolgten wir vor allem das Ziel, die Kinder spielerisch für die Thematik Gewalt und Zivilcourage zu sensibilisieren. Bearbeitet wurde dieses Thema hauptsächlich mit Hilfe der Medien Radio und Theater. Wir legten viel Wert auf eine intensive Kennenlernphase, besonders um Verständnis der sehenden Kinder für die blinden zu entwickeln.

Der erste Tag diente der Einstimmung auf das Thema. Besonders gut kamen "Entspannungsreisen" bei den Kindern an. Jedes Kind war in der weiteren Arbeit jeweils in der Radio- und auch Theatergruppe, bevor sie sich dann für die letzten 2 Tage für eine Gruppe entschieden.

Es entstand eine Radiosendung zum benannten Thema, die im Bürgerradio Corax über die Kinderredaktion "Grünschnabel" voraussichtlich im Oktober gesendet wird. Die Theatergruppe konnte am letzten Projekttag erfolgreich ein kleines Theaterstück auf der dortigen Waldbühne präsentieren und ihrem zum großen Teil jungen Publikum zum Thema Außenseiter einen Anstoß geben.

Zwei Kinder stellten zusammen mit den Betreuern des Medienmobils der MSA einen kleinen Film über das Camp fertig.

Bei der Arbeit war es uns wichtig, dass sich die Kinder ihrer eigenen Gefühle und Ausdrucksmöglichkeiten bewusst werden, sich genauso aber auch sensibler mit den Gefühlen und Bedürfnissen der sie umgebenen Menschen auseinander zu setzen. Wir bedienten uns dabei vorwiegend spielerischer Elemente wie Phantasiereisen, Ausdrucksspiele zu Bewegungen und Stimme, Denk- und Kooperationsspiele. Hinzu kamen Diskussionen und Gespräche. Wir nutzten den Film als Mittel, um Inhalte zu transportieren.

Projektbetreuerinnen: Mareike Verhooren, Karen Ueckert, Kati Struckmeyer, Anja Topat
(in Zusammenarbeit mit dem Verein "SozialKulturProjekte e.V.")
Projektförderung: Technik und Materialien
Medienmobil des Medienkompetenzzentrums in Halle
OK Merseburg/Querfurt
Fachhochschule Merseburg

Finanziell
Deutsches Kinderhilfswerk
Landesjugendamt
Innenministerium
Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) in Sachsen-Anhalt

Teilnehmerbeitrag: 180,- DM (inkl. Übernachtungs- und Verpflegungskosten)