Name: Trickfilmwerkstatt
Idee: Warum Trickfilm?

Der Animationsfilm ist ein vielgesehenes, vielgesendetes und beliebtes Fernseh- und Kinoformat. Das Produzieren von Trickfilmen ermöglicht einen experimentellen und kreativen Umgang mit dem Medium Film. Der Trick-, wie auch der Realfilm verzaubern, gaukeln vor, schaffen eine fiktive Welt.

Beim Trickfilm grenzt sich die fiktive Welt sehr eindeutig von der Realität ab. Es ist klar, dass das was passiert, nicht Wirklichkeit ist. Nur durch den Zauberer hinter der Kamera, und der ist man in diesem Fall selbst, wirkt im Trickfilm alles so, als würde es sich bewegen und leben. Auf relativ verständliche Art erhält man so einen Einblick in die Fülle von Möglichkeiten, die man mit einer Filmkamera bzw. einer Videokamera hat, um den Zuschauer zu täuschen, "auszutricksen". Im Gegensatz zum ständigen Medienkonsum steht hier das Selbermachen im Vordergrund. Man lernt das Medium Film als Mittel zur Gestaltung und Verwirklichung eigener Ideen kennen und beginnt die Struktur der Medien, Entstehung und Wirkungsweise, zu durchschauen. Dies schafft eine hilfreiche Basis für kritischeren und bewussteren Medienkonsum.

Wir produzierten mit Siebenklässlern Trickfilme verschiedenster Art (Knet- und Legetrick) im Stoptrickverfahren (Bild abfilmen , Bild verändern, wieder abfilmen). Wir nutzten die Technik der Medienwerkstatt des Domgymnasiums in Merseburg, eine von rd. 20, die die Medienanstalt Sachsen Anhalt in Schulen eingerichtet hat. Damit stand uns eine S-VHS Kamera, ein Stativ und ein Computervideoschnittplatz zur Verfügung. Jeder erdachte sich eine kleine Geschichte, gestaltete die Figuren bzw. suchte Material zusammen (z.B. Streichhölzer), filmte alles ab, bearbeitete die Aufnahmen am Computer und vertonte zum Abschluss das Bildmaterial. Themenvorgaben machten wir keine. Hauptansatz war, das phantasievolle Experimentieren mit dem Medium zu ermöglichen.

Zeitraum: November 01 bis Januar 02, mindestens 1 1/2 Stunden in einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft nach der Schule
Ort: Domgymnasium, Haus II, Dürerstrasse, Merseburg
Ablauf: Oktober:
Vorstellung des Angebots im Medienunterricht der 7. Klassen. Wir zeigen schon entstandene Trickfilme aus anderen Projekten und erproben gleich praktisch das Trickfilmen, indem wir die Schuhe animieren.

1. - 3. Termin
Wir üben. Jeder soll seinen Namen durch den eigenen Kopf irgendwie ins Bild kommen und verschwinden lassen. So steigen die Buchstaben aus dem Mund, klettern als Knetschlangen aus den Ohren usw. Auf diese Weise bekommt jeder ein bisschen das Gefühl für die Menge an Bildern, die gelegt werden müssen, übt den Umgang mit der Kamera und wir haben nun bereits einen Vorspann.

Folgende Termine bis Weihnachten
In individuellem Tempo werden die Geschichten überlegt, Figuren und Hintergründe gemalt, geknetet o. ä., dann wird Bild für Bild abgefilmt. Jedes Bild hat nun eine Sekunde Länge. Wie beim Daumenkino werden diese dann hintereinander abgespielt. Um eine relativ fliessende Bewegung zu erzielen muss man erstens in ganz kleinen Schritten die Bilder verändern und pro Sekunde ca. 8 Bilder abspielen.

Nach Weihnachten
Alle kommen in Einzelterminen zum Schneiden am Computer in die Medienwerkstatt, bringen ihre Musik mit und sprechen ihren Ton ein. Die Bilder werden jetzt auf ca. 1/8 Sekunde gekürzt, indem man den Ablauf verschnellert. Jeder lernt das Schnittprogramm kennen. Was nicht geschafft wird, machen wir Betreuer im "Offenen Kanal Merseburg Querfurt" fertig.

8.2.2002
Die fertigen Trickwerke werden im Theatersaal der FH Merseburg präsentiert.

Projektbetreuerinnen: Judith Zenta , Kerstin Fritzsche
Teilnehmerbeitrag: jeder bringt eine eigene Videokassette und selbst benötigtes Material mit